Die Marktgemeinde Weißenstein ist eine der größten Rohstoffgemeinden Kärntens. Damit ist sie berechtigt, Naturschutzprojekte entsprechend der „Sonderrichtlinie Kärntner Naturschutzabgabe“ aus der „Abgabe für die Inanspruchnahme der Natur“ zu finanzieren. Dazu wird jährlich ein Arbeitsprogramm erstellt.
Jedes dieser Programme beinhaltet unterschiedliche Naturschutzprojekte, die in ihrer Gesamtheit das Naturmosaik der Marktgemeinde Weißenstein bilden.
Bisher konnten unter anderem folgende Projekte umgesetzt werden:
Naturmosaik-Platz (bei der FZA Kellerberg)
Der Naturmosaikplatz wurde im Bereich der Freizeitanlage Kellerberg angelegt. Der Platz befindet sich unmittelbar in der Nähe des Drauradwegs, wodurch der Platz bequem zu Fuß, mit dem Rad, aber auch mit dem Pkw erreichbar ist.
Hier wird laufend das Naturmosaik erweitert. Nach Abschluss eines jeden Projektes wird ein Mosaikstein mit einem Symbol erstellt und hinzugefügt.
Mit Bäumen und Sträuchern, und Sitzbänken konnte dieser Bereich attraktiv gestaltet werden und lädt zum Verweilen - auch beim Mosaik-Cafe - ein. Der Naturmosaikplatz ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen.
Seit Beginn dient der Platz auch als Infopunkt, an dem man Wissenswertes über die Naturschutzprojekte in der Marktgemeinde Weißenstein erfahren kann.
Vogelbeobachtungssteg (FZA Kellerberg)
Ein herrlicher Platz, von dem aus man die Natur – insbesondere Vögel – gut beobachten kann, ist der Holzsteg an der Drau nahe der Freizeitanlage Kellerberg.
Ein Ornithologe erstellte ein Gutachten über den Vogelbestand in unserer Gemeinde. Er konnte eine beachtliche Anzahl unterschiedlicher Brut- und Gastvogelarten feststellen. Durch das Vorhandensein unterschiedlichster Lebensräume ist das Artenspektrum besonders breit gefächert.
Naturraum Alte Drauschleife
Das Areal „Alte Drauaschleife“ ist seit jeher ein besonders schöner Naturraum und wird gern als Naherholungsbereich genutzt.
Im Zuge des Naturmosaiks konnte der Bereich aufgewertet werden, indem ein Baumkreis unter Einbindung der bestehenden Bäume gepflanzt wurde. Die Bäume sind mit beschrifteten Steinen gekennzeichnet, auf denen auch deren Merkmale angeführt sind.
Wer dort verweilen möchte, kann sich auf den Sitzsteinen und Bänken niederlassen.
Naturareal Teichanlage Töplitschbach – Naturbegegnung Waldbach
Dieses Projekt widmet sich dem Gelände südöstlich der Tennisplätze in Töplitsch, wo sich ein Waldstück mit einem Bachlauf befindet. Das Ziel war, die ökologische Situation in diesem Bereich zu verbessern und dennoch den Zugang zu bestimmten Bereichen zu ermöglichen.
Die Spielgeräte wurden abgebaut und stattdessen bietet man Kindern die Möglichkeit, am Bach zu „pritscheln“ und mit Naturmaterialien (Steine, Sand, Zweige usw.) zu spielen und zu experimentieren.
Im Waldstück wurden das Brücklein erneuert und ein sogenannter Prügelsteg angelegt. Auf Holzliegen kann man sich niederlassen und die Stille des Waldes genießen.
Erhaltung Naturwald Plöschwand
Die Plöschwand bzw. Pleschwand sticht im Landschaftsbild der Marktgemeinde Weißenstein deutlich hervor. Schon von Weitem kann man die große Felswand oberhalb der Ortschaft Weißenstein erkennen. Der Mischwald rund um die steile Felswand bietet mit seinen Extremstandorten zahlreiche schützenswerte Lebensräume.
Im Jahr 2019 wurde ein Projekt zur Erhaltung des Mischwaldes an der Plöschwand konzipiert. Im Rahmen von Geländebegehungen, Literaturauswertungen und Befragungen von Fachpersonen wurde das Naturrauminventar der Plöschwand in groben Zügen dargestellt. Die Erhebungen dienten der Abgrenzung des Projektgebietes und der Formulierung der Schutzgüter und des Schutzzieles.
Maßnahme zur Förderung der Biodiversität: Naturnaher Friedhof Weißenstein
Am Friedhof des Ortes Weißenstein wurden 133 Laufmeter Thujenhecke durch autochthone Wildgehölze ersetzt. Bereits vorhandene Schwarzkiefern blieben bestehen. Weiters wurden verschiedene ausgewachsene Ziergehölze durch autochthone, naturschutzrelevante Wildsträucher ersetzt.
Bienenweiden / bienenfreundliche Gemeinde
Unter dem Motto „Bienenfreundliche Gemeinde Weißenstein“ wurde ein Konzept zur Verbesserung der Lebensgrundlage der Honigbiene entwickelt. Auf öffentlichen und privaten Grundstücken wurden Bienenweiden angelegt.
Maßnahmen für Bienen unterstützen den gesamten Naturraum: „Was der Biene hilft, unterstützt zahlreiche andere einheimische Tierarten, besonders Schmetterlinge und Wiesenvögel.“
Foto: Wirestock auf Freepik
Artenschutzprojekt Amphibien
FIn Weißenstein und Lansach konnten für Amphibien drei Tümpel angelegt werden.
Rund um das Areal des Naturschwimmbads Puch wurde ein Amphibienschutzzaun errichtet, der die Tiere daran hindert, dort zu laichen.
Wildkorridor - Kraftwerk Kellerberg
2011 wurde ein Wildkorridor in der Nähe des Kraftwerks Kellerberg angelegt, sodass das Wild wieder die Drau überqueren kann. Dieser Korridor wurde von den Tieren sehr rasch angenommen.
Wander- und Naturwege
Die bestehenden Wanderwege werden erfasst und beurteilt (Zustand, Begehbarkeit, Besonderheiten, u. a.).
Es wird geprüft, wo Handlungsbedarf vorliegt bzw. wo es Wünsche für neue Wege gibt. Das Ergebnis wird kartographisch dargestellt.
Die Wege sollen gepflegt werden. Den Besucherinnen und Besuchern soll ein gezieltes Naturerlebnis ermöglicht werden. Neu geschaffene Naturruhezonen sollen durch Besucherlenkung ungestört bleiben.
Grundlagenerhebungen
Zu folgenden Themen wurden Grundlagenerhebungen durchgeführt:
- Fledermäuse
- Flusskrebse
- Mischwaldbestand um die Plöschwand Weißenstein
Pavillon als Freiluftklasse
Am Schulgelände der Volksschule Stadelbach wurde ein Pavillon aus Holz errichtet. Dieser dient als Freiluftklassenzimmer, als Spiel- und Werkraum sowie als überdachter Wartebereich. Auch für Veranstaltungen, z. B. Jahres- und Kleinausstellungen zu den jeweiligen Schwerpunktthemen, kann der Pavillon genutzt werden.
Folgende Themen wurden bzw. werden mit den Volksschulen erarbeitet:
- Amphibien
- Fledermäuse
- Bäume
- Vögel
- Fische
- Bienen
- Streuobstwiese
- Wald und Biodiversität
- Bach
- Trinkwasser für Mensch und Tier