Natur im eigenen Garten – Ihr Beitrag zum Bienenschutz

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind Nützlinge, auf die auch wir Menschen angewiesen sind. Denn ohne die Bestäubung von Pflanzen durch Insekten, allen voran die Honigbiene, sind große Teile der landwirtschaftlichen Produktion nicht möglich. Durch ein mangelndes Nahrungsangebot und verschiedene Umweltgifte haben es unsere kleinen Helfer jedoch zunehmend schwerer. 


Honigbienen spielen bei der Bestäubung von Blüten eine zentrale Rolle

Honigbienen brauchen von März bis September ein möglichst ausgewogenes Angebot an Nektar und Pollen. Die ersten Nahrungslieferanten (Pollen) im Frühjahr sind vor allem Weiden (Palmkätzchen), mit der darauf folgenden Obstbaumblüte gibt es meist einen kurzzeitigen Nektarüberschuss. Danach und besonders im Hochsommer gibt es immer wieder Nahrungsengpässe, weil es kaum noch blühende Pflanzen gibt, die ihnen Nektar und Pollen liefern. Hier können Sie einen sehr wertvollen Beitrag leisten, wenn Sie einen Garten, eine Terrasse oder auch nur ein Blumenkistchen am Fensterbrett haben! 

Nachfolgend finden Sie hilfreiche Informationen und Tipps, was Sie zum Schutz von Bienen und Co. beitragen können.

Blumenwiesen im eigenen Garten

Blickfang Blumenwiese

Blühflächen mit Wildblumen sind nicht nur ein optischer Blickfang im Garten, Sie füttern damit auch Bienen und viele andere Insekten. Ob Blumenwiese, Blühstreifen, Rabatte oder Blumeninsel – lassen Sie wieder ein kleines Stück blühende Wildnis zu! Fast alle Wiesenblumenarten werden von den Bienen gerne angenommen - dazu zählen  z.B. Wiesensalbei, Ringelblumen, die meisten Kleearten, Klatschmohn, Buchweizen, Leimkraut, Disteln, Wilde Möhre, Esparsette, Färberkamille, Kornblume, Glockenblume, Kornrade und Wiesenflockenblume.

Fertige Blumenwiesenmischungen werden im Fachhandel angeboten. Achten Sie darauf, Saatgut aus heimischer Produktion zu kaufen und halten Sie sich an die Gebrauchsanleitung!

Fertige Blumenwiesenmischungen werden im Fachhandel angeboten. Achten Sie darauf, Saatgut aus heimischer Produktion zu kaufen und halten Sie sich an die Gebrauchsanleitung!

Bienenfreundliche Balkon- und Topfblumen

Die vielseitig verwendbare Kapuzinerkresse sollte in keinem Garten fehlen!

Von Bienen gut besuchter Lavendel

Wussten Sie, dass Pelargonien, Petunien und Geranien der Biene keine Nahrung bieten? Auch gefüllte Blüten sind für Bienen schwer zugänglich. Alternative Balkon- und Topfpflanzen sind z.B. Kapuzinerkresse (kann auch gegessen werden!), Mohn, Lavendel, BeeDance (Goldmarie od. Zweizahn), Wandelröschen, Löwenmaul, Gazanie, Malven, Ballonblume und viele mehr.

Bienenfreundliche Pflanzen sind im Handel mittlerweile häufig gekennzeichnet, im Zweifelsfall fragen sie Ihren Gärtner!



Blühende Küchenkräuter wie Borretsch, Thymian, Salbei, Ysop, Pfefferminze oder Lavendel sind auch für Bienen echte Gustohappen und machen sich auch gut als Topf- oder Balkonpflanze.


Blühende Bäume und Sträucher – Nahrung in der 3. Dimension

Lindenblüten sind auch bei Hummeln sehr beliebt.  © Leidus, Wikipedia

Blühende Bäume und Sträucher bieten ein besonders reiches Nahrungsangebot für Honigbienen und Co, weil sie aufgrund ihrer Höhe mehr Blüten je Fläche haben als eine Wiese. Gute Nahrungsquellen sind Obstbäume, Linde, Ahorn,Weide, Dirndlstrauch, Schlehe, Weißdorn, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Wildrosen. Besonders wertvoll für die Bienen sind Gehölze, die im Hochsommer blühen, wie der Honigbaum (Duftesche), ein außerordentlich beliebter Futterbaum. Auch der im Spätsommer blühende Efeu bietet willkommende Bienennahrung. 

Gift im Garten – nein danke

Marienkäfer und ihre Larven fressen am Tag bis zu 150 Blattläuse.

Spritzmittel (Pestizide, Fungizide) sind bereits in geringer Dosis sehr giftig für Bienen und andere Nutztiere! Vermeiden Sie bitte deren Einsatz  im gesamten Haus- und Gartenbereich! Mit biologischen Mitteln (z.B. Brennesseljauche, EM-Produkten, Einsatz von Nützlingen) und alternativen Betriebsweisen (Mulchen, Mischkulturen) tun sie nicht nur Bienen und Co sondern auch ihrer Familie viel Gutes!

Viele Pflanzen werden zudem bereits vor dem Verkauf mit Insektiziden behandelt. Biologische Pflanzen kommen ohne chemisch-synthetische Pestizide und Saatgutbeizmittel aus. Sie sind auch für den Menschen gesünder, insgesamt umweltschonender und im Speziellen gut für die Bienen.

Weitere Informationen:

DI Barbara Kircher, Bienenbeauftrage Land Kärnten: 0664-1838605

Umweltbüro GmbH, Klagenfurt: 0463-516614

Text und Gestaltung:

Umweltbüro GmbH, Klagenfurt: www.umweltbuero.at