Ortschaften


Weißenstein

Urkundlich wurde der Ortsname Weißenstein schon im Jahr 1085 erwähnt. Er ist auf die steil aufsteigende Felsenwand, der „Pleschwand“ zurückzuführen. Die erhöhte Lage der Ortschaft entstand bei einem Unwetter, bei dem der Schuttkegel des Mirnockgebietes ins Tal geschwemmt wurde.

Das Heidenschloss und die Burg Wizzenstein

Im 11. Jahrhundert wird auch die Burg Weißenstein erstmals urkundlich erwähnt. Sie liegt nordwestlich von Villach  am linken Drauufer über der Ortschaft Weißenstein. Im Volksmund wird die Ruine oft „Heidenschloss“ genannt.

Auf einer Kuppe neben dem Graben, der sich von Weißenstein gegen Amberg hinaufzieht stand die Burg „Wizzenstein“ oder „Wizenstaine“, die der Mittelpunkt eines ausgedehnten Siedlungsgebietes war. Der erste namentlich erfasste Eigentümer dieser Burg war Hartruth I.de Wizenst(ein). Ob das Heidenschloss und die Burg Wizzenstein ein und dasselbe Gebäude waren, ist umstritten.

Um 1214 und 1216 lag Weißenstein im Kampf gegen die Ortenburger, die es auf diese Region abgesehen hatten, und war mehr oder weniger auf sich selbst gestellt. 1240 schloss Bischof Egno ein Bündnis mit den Herzogen von Spanheim, das den Weißensteinern Schutz bot.

Über das Schicksal der Weißensteiner Burg weiß man heute nur mehr wenig, auch nicht über deren Eigentümer. 1278 kaufte Graf Friedrich von Ortenburg die Hälfte der Burg. Später gelangte auch der Rest der Burg in ortenburgischen Besitz. Nach dem Aussterben des ortenburgischen Geschlechts um 1418 übernahmen die Grafen von Cilli die Burg Wizzenstein. Wann diese zerstört wurde ist nicht bekannt. Ebenso ist eine Verbindung mit der Burg „Schwarzenstein“ in Kellerberg nicht belegt. Im Volksmund ist von einem unterirdischen Gang (unter der Drau) zwischen den beiden Burgen die Rede. Dieser wäre zur damaligen Zeit jedoch technisch nicht realisierbar gewesen.


 

Stuben

In Stuben befindet sich das älteste Anwesen der Gemeinde, der Strasserhof. Seine Geschichte lässt sich bis in die Zeit der Grafen von Ortenburg, etwa ins 12. Jahrhundet zurückverfolgen.  Stuben am Römerweg war Sitz der ortenburgischen Pflegegerichte der Ämter Fresach und Weißenstein. 1542 wurde Paul Aybl als Richter beider Ämter genannt. Amtshaus war der jetzige Strasserhof und das Abschütthaus, ein Kasten für Getreideabgaben (heute: Schaller). Martin Strasser, der Anfang des 17. Jahrhunderts Richter in Stuben war, legte den Namen „Strasserhof“ fest. 

Die Weimannhube bei Familie Schaller gelangt in den Besitz des Pflegers und Richters Martin Strasser und ergeht um 1829 laut Kaufvertrag an Lorenz Lackner in Lansach. Das ehemalige Abschütthaus (heute Schaller) ist seit 1830 im Besitz der Familie Nageler.



Tscheuritsch

Tscheuritsch wurde im Jahr 1382 erstmals urkundlich erwähnt. Auf dem Ortsplatz standen 1770 eine Schmiede, die Matthlmühle und eine Gastwirtschaft. Diese Betriebe gibt es heute nicht mehr, hat doch die ÖCW 1921 diese Liegenschaften zur Errichtung eines E-Werkes gekauft.



Lansach

Lansach wurde erstmals zwischen 1006 und 1039 erwähnt. Im Ortsnamensbuch findet man „Loansach“, was „bei denen in den Sümpfen“ oder „Sumpfau“ bedeutet. Kein Wunder, trotzte doch das kleine Dörflein seit jeher dem Ansturm der Drauwellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen in das „politische Lager Lansach“ ehemalige Mitglieder der NSDAP, die zum Großteil aus Kärnten stammten. Sie hausten in 87 hölzernen Baracken. 1947 werden die Baracken im Lansacher Feld aufgelöst.



Puch

Der Ort wurde in frühester Zeit „Pöcha“ genannt, was „Siedlung bei den Buchen“ bedeutet. In Urkunden wurde Puch bereits am 9. September 878 genannt.

Der Ort dürfte erst nach der Slawenherrschaft um 590 dichter besiedelt worden sein. Allen Anzeichen nach war Puch eine Knappensiedlung. Die Bewohner arbeiteten vermutlich in den nahegelegenen Bergbaugebieten am Kölbl, in Gummern, auf der Ochsenhalt und auf der Wollaniger Höhe. In den genannten Bergbaugebieten wurde nach Eisen geschürft.

Im Oktober 1941 entdeckte man bei diesen Verbreiterungsarbeiten der von Puch ins Krastal führenden Straße ein frühdeutsches Grab aus dem 10. Jahrhundert. Die Archäologen bargen Grabbeigaben wie Schläfenringe aus Bronze, einen Fingerring und zwei Messer aus Eisen.

Puch ist als Fundort von Grabbauten aus der Römerzeit bekannt. Da die Gräber für die Erforschung der damaligen Besiedlung Kärntens von Bedeutung sind, wurde ein Grabungseinsatz organisiert. Noch ein weiteres Grab und Reste eines Wohnhauses aus der Römerzeit wurden freigelegt. Neben vielen Gefäßbruchstücken aus dem 1. Jahrhundert fand man auch eine kleine Bronzemünze des Kaisers Gallienus von 268 nach Christus. Die Fundstücke sind im Museum der Stadt Villach zu sehen.

Puch liegt auf einem Schuttkegel, der wahrscheinlich durch eine Unwetterkatastrophe im Gebiet der Zauchenalm und des Zauchenbaches entstand. Dort sollen zwei Bauernhöfe gestanden sein, und zwar der Schwandter und der Zauchner. Daher auch die Bezeichnung „Schwandtlkopf“ und „Zauchenkopf“. Heute sind sie als  Schwandtalm und Zauchenalm bekannt. 

Die alten Schulen in Puch

Die evangelische Tochtergemeinde Puch besaß im Ort ein historisches Haus, das 1765 unter Kaiserin Maria Theresia als Missionsstation und Wohnung für Pauliner-Patres erbaut wurde. Nach dem Toleranzedikt Kaiser Josephs II. im Jahre 1781 kam dieses Kuratorhaus in den Besitz der 1782 gegründeten evangelischen Tochtergemeinde Puch-Wollanig. Es diente dann über 100 Jahre als evangelische Volksschule. Bis ca. 1882 war die Schule Puch eine Privatschule der evangelischen Filialgemeinde und war im Kuratorhaus untergebracht. Im Jahre 1882 wurde die Schule Puch in den öffentlich-rechtlichen Bereich übernommen.



Gummern

In Gummern befindet sich der größte und wichtigste Mamorbruch Kärntens: das Mamor-, Kalk- und Kunststeinwerk OMYA. Wo der östliche Ausläufer des Bleiberger Erzberges mit dem Wollanigberg die Talenge bildet, befindet sich am nördlichen Drauufer das Kalkwerk Gummern. Abgebaut wird der weiße, gelbliche bis graue kristallinische Kalk, der von der Tragenwinkler Alm über die große und kleine Pleschwand, dem Kölbl bei Puch, bis Wollanigberg zieht. Der Mamorbruch Gummern war schon den Römern bekannt. Der Römerbruch wurde durch spätere mittelalterliche Abbauarbeiten mit Steinbruchabfall überdeckt. Erst 1913 legte man ihn wieder frei.

Das Postamt Gummern

Im Zuge der zahlreichen Schließungen von Postämtern kam auch das Aus für das Postamt Gummern. Die Errichtung des Postamtes wurde 1875 festgelegt. Bis 1913 befand sich das Postamt im Haus Nr. 16, dessen damaliger Besitzer Augmayer als Postmeister tätig war. Ein Fußbote hielt zweimal täglich mit dem Bahnhof Gummern Verbindung. Dann war es im HausNr. 24, der Villa Gersheim, untergebracht, wurde dann aber wieder in das Haus Nr. 16 verlegt, das damals dem Besitzer des Gasthofes „Zur Post“, Arnold Karner, gehörte. 1957 verlegte man das Amt in das Nebengebäude Nr. 13. Schlussendlich baut die Post- und Telegraphenverwaltung das neue „Post- und Wahlamt Gummern“ im Jahr 1965.


Lauen und Uggowitz

Die beiden Ortschaften Lauen und Uggowitz sind eng verbunden mit Weißenstein und Puch. Lauen und Uggowitz wurden urkundlich erstmals 1260 erwähnt. In Uggowitz stand die Wiege der Schwarzbunten Rinderrasse, der Holstein Frieseans.



Kellerberg

Im Gebiet von Kellerberg siedelten sich um 200 v. Chr. Kelten an. Sie bauten Blei- und Zinkerze ab. Stollen und verschüttete Schächte erinnern heute noch daran. Die Römer förderten die Zivilisation, indem sie ua Kärnten kolonisierten und Heeresstraßen bauten. Eine der Römerstraßen führte von Villach (Santicum) mit Verbindung zum Markt Kellerberg nach Tiburnia (später: Teurnia). Unter so günstigen Bedingungen erlebte Kellerberg einen bedeutenden Aufschwung, an dem auch der Bergbau einen entscheidenden Anteil hatte. Das brachte Kellerberg die Marktgerichtsbarkeit ein. Im Jahre 1321 ist Kellerberg bereits ein wohlhabender, blühender Markt.

Im 13. und 14 Jahrhundert führten nur wenige Brücken über die Drau. In Kellerberg gab es eine Brücke und eine Verbindung zu der auf der Südseite verlaufenden Handelsstraße von Santicum nach Teurnia. Vor einigen Jahrzehnten konnte man bei niedrigem Wasserstand noch Reste von Brückenpiloten sehen. Im 13. Jahrhundert wurde die Drau schon als Wasserstraße  benützt. Villach und auch Kellerberg hatten rege Handelsbeziehungen zu Friaul und Venedig, obwohl von den Fürsten und Grafen zahlreiche Mautstellen errichtet wurden.

Kellerberg unterstand lange Zeit der Grafschaft Ortenburg. Nach dem Tod des letzten Ortenburgers ging der Besitz an die Grafen von Cilli über. Nachdem der letzte Cillier verstorben war, übernahm Kaiser Friedrich die Grafschaft Ortenburg. Während der Türkenzeit wurde Kellerberg zerstört. Von 1850 bis 1865 war Kellerberg eine selbstständige Gemeinde, die sich ihren Unterrichter, so nannte man den Bürgermeister, wählen konnte. Von 1865 bis 1899 gehörte sie zur Gemeinde Paternion. Von 1899 bis 1972 war Kellerberg wieder eigenständig, und 1973 wurde sie mit der Gemeinde Weißenstein vereint.



Weißenbach

Weißenbach erhielt seinen Namen höchtwahrscheinlich von dem gleichnamigen Bach, welcher durch die Ortschaft fließt und in die Drau mündet. Vielen Bürgerinnen und Bürger wird noch das Zementwerk in Erinnerung sein, welches in der Nachrkiegszeit stillgelegt wurde.



Töplitsch

Das Drautal und somit auch das Gebiet um Töplitsch ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Die Geschichte reicht weit ins Altertum zurück. Die Kelten siedelten sich als eines der ersten Völker um 300 v. Chr. dort an. Ihnen folgten etwa 45 n. Chr. die Römer, die Germanen um 200 bis 300 n. Chr. und die Slawen 590n. Chr.

Der Name Töplitsch kommt aus dem slawischen „Toplice“ und bedeutet warmes Wasser bzw.warme Quelle. Wie der Name schon sagt, sollen in „Sibenbrunn“ warme Quellen geflossen sein. Man vermutet, dass die Römer sogar ein Bad angelegt hatten.

Als die Erbschaft  der Grafschaft Lurn geteilt wurde, kam Töplitsch 1142 als Amt zum Territorium der Grafen von Ortenburg. Diese ließen es durch einen Amtmann verwalten, der im Turm über dem Ort Töplitsch wohnte. An seiner Stelle steht heute der sogenannte „Grabenhof“.

Funde

Bei Grabungsarbeiten wurden 1965 am Anwesen Brandstätter am östlichen Abhang des Grabenhofes ein Schwert und eine Lanzenspitze gefunden. Nach Professor Dolzen wurde dieser Fund mit 300 bis 400 v. Chr. datiert. Die Funde befinden sich im Landesmuseum.

1938 wurde beim Eingang zur Villa Pfeffer und Oberlercher Skelette zweier Krieger mit Waffen aus der Zeit vor der Römern gefunden.

1962: Beim Bau der Töplitscher Wasserleitung wurde ein goldenes Ohrgehänge aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. gefunden.



Stadelbach

Veit Stadler von Gstyrner erbaute 1666 eine Säge von Urban Steiner am Sagbach zu einem Hammerwerk aus. Der Bach erhielt den Namen „Stadler-Bach“, aus welchem der Ort „Stadelbach“ abgeleitet wurde. Das für die Verarbeitung erforderliche Roheisen bezog Stadler von Gstyrner von den Graf Lodron’schen Gruben bei Gmünd. Durch den hohen Kostenaufwand verschuldete er sich stark und musste das Werk stilllegen. Aber schon 1711 nahm es sein Sohn wieder in Betrieb und rühmte sich, „aus den wilden und wüsten Graben, in welchem weder Mensch noch Vieh hätten leben können“ ein Werk zu errichten, das jährlich mindestens 300 Meiler Roheisen zu je 560 kg verarbeiten konnte.

Die Betriebsgebäude der Zementerzeugung kaufte die Firma Müller & Co. 1916 auf. Sie errichtete dort ein Manganwerk, das nach dem Ersten Weltkrieg zugrunde ging. 

In Stadelbach hatten auch zwei Rohpappe-Fabriken und die Lohnmühle vom Stadelbacher Müllner ihren Sitz. In den Aufzeichnungen findet man folgende Sägewerke: Im Untergraben die Müllner-, die Jörg-Duß-Herrschafts-, die Nachbarschafts- und die Breiteggersäge. Letztere ist heute noch erhalten. Alle übrigen Betriebe stehen nicht mehr. Die Firma Breitegger baute 1939 am Sagboden eine moderne Vollgattersäge, die heute noch in Betrieb ist.